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Champagner dekantieren

Der Champagnergenuss hat sich in den letzten Jahren immer mehr von den Fesseln der Tradition befreit und so wird in Richtungen gedacht, die noch vor wenigen Jahren als völlig abwegig erschienen. Ein solches Thema ist das Dekantieren von Champagner. Philippe Guillon, Exportmanager des Glasherstellers Riedel, sieht große Vorteile, die das Dekantieren eines Champagner bietet: “Wir sollten nicht vergessen, dass der Champagner ein Wein ist und als Wein sollte er sich auch jedem erschließen. Wenn Sie beispielsweise ein Dinner haben, den begleitenden Champagner dazu dekantieren und sich dadurch die Blasenbildung reduziert, ist er als Wein verdaulicher”. Während man vermuten könnte, dass das Dekantieren einem noch jungen verschlossenen Champagner gut tun könnte, so ist zu befürchten, dass es bei einem älteren Champagner jedoch zu einer zu stakren Oxidation und einem zu schnellen Nachlassen der Blasenbildung führen würde. Einzig Charles Heidsieck hat bisher einen mundgeblasenen Dekanter von Riedel für die Prestige-Cuvée Blanc de Millenaires entwickeln lassen.
Auch wir haben damit experimentiert und auch wenn wir das Dekantieren von Champagner für einen interessanten Gedanken halten, konnte er uns nicht überzeugen. Sicherlich ist der Champagner auch ein Wein, aber den besonderen Genuss, den Champagner bietet, verdankt er nicht zuletzt seiner Blasenbildung. Sie trägt dazu bei den verschiedenen Champagnern einen unverwechselbaren Geschmack zu verleihen. Sie steigen auf und lösen sich an der Oberfläche auf, wo sie Aerosole Aromen abgeben, die unsere Nasen wahrnehmen können. Ein Forscherteam unter Führung von Gerard Liger-Belair von der Universität von Reims, die den Prozess der Blasenbildung im Champagner untersucht haben, kommt zu dem Schluss: „Bedenkt man, dass eine 0,75 Liter-Flasche circa 100 Millionen Blasen schafft, sind die damit transportierten Aerosole eine wesentliche Geschmacksgrundlage.”

 

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Champagner enthält Sulfite